Unsere Geschichte

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebte und arbeitete die Familie Soprani an der Grenze zwischen den Gemeinden Recanati und Castelfidardo.

Diese Familie begann einen bis dahin unbekannten Geschäftszweig und entwickelte diesen weiter.
In wenigen Jahren gewann dieses Geschäft in der Region und in ganz Italien immer mehr an Bedeutung: Die Fabrikation und Herstellung von Knopfakkordeons.

Das erste Studio wurde von Paolo Soprani eröffnet, welcher sein großes Abenteuer 1863 in seinem Bauernhaus am Fluss Musone begann.

Unterstützt wurde er von seinen Brüdern Nicola, Pasquale, Settimio und den benachbarten Bauern.
Später verlegte Paolo seine Werkstatt ins Zentrum von Castelfidardo, in die größeren Räume des Palazzo Gentili.

Da das Verkaufsvolumen schnell anstieg und Akkordeons in ganz Italien angefordert wurden, dauerte die Zusammenarbeit zwischen Paolo Soprani und seinen Brüdern nur sehr kurze Zeit.

Jeder einzelne der Brüder Soprani eröffnete sein eigenes Geschäft und begann in kleinen Werkstätten in der Gegend von Castelfidardo und Recanati Akkordeons herzustellen.

Der erste Bruder der Paolos Werkstatt verließ war Settimio, welcher 1885 im Alter von 25 Jahren ein Atelier an der Via Cavour in Castelfidardo eröffnete.

Die Akkordeonindustrie begann zwischen ende des 19. Jahrhunderts und den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts enorm erfolgreich zu werden.

In diesen Jahren gab es einen grossen Anstieg der Produktionszahlen, was auch die Erhöhung des Personals und somit die Entstehung neuer Arbeitsplätze mit sich zog.

Dank der gewanderten Handwerker erlangten die Akkordeons aus Castellidardo auch Übersee grosse Berühmtheit, vor allem aber in Nordamerika.

Castelfidardo wurde damals wie auch heute, weltweit als Heimat der Akkordeons betrachtet. Dieses Prestige haben wir der Familie Soprani zu verdanken.

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs gingen die beiden wichtigsten Unternehmen der Soprani Familie unterschiedliche Wege:
Paolo entschied sich nach den großartigen Ergebnissen Ende des 19. Jahrhunderts das Geschäft so zu belassen wie es war, ohne seinen Umfang zu erweitern.

Auf der anderen Seite wollte Settimio sein Geschäft ausbauen, unter anderem dank der Managerfähigkeiten seines Sohnes, Mario Soprani.

In kurzer Zeit wurde aus der Werkstatt Settimio Soprani eine wichtige Firma.

Mario Soprani reiste viel in Europa und in Amerika. Er schaffte es, in der ganzen Welt ein fortschrittliches Handelsnetz mit Kunden und Händlern aufzubauen.

Bereits in den frühen dreißiger Jahren hatte er Geschäftskontakte mit der Firma HOHNER, so dass beide Firmen lange Zeit unangefochtene Marktführer waren.

Der größte Teil des Umsatzes der Firma Settimio Soprani lag im Ausland:
Frankreich, Schweiz, England, Vereinigte Staaten, Belgien, Argentinien, Brasilien, Südafrika und Australien. Mehrere Initiativen wurden von Mario unternommen.

Im Jahr 1936 wurde das neue Werk eingeweiht, welches nach seinem Vater Settimio Soprani benannt wurde und nicht weit entfernt von der Werkstätte seines Onkels Paolo lag.

Im selben Jahr besuchte der berühmte italienisch-amerikanische Akkordeonist Pietro Oeiro Castelfidardo. Der Musiker besuchte das neue Werk und trat im Saal „Salone degli Stemmi“ des Stadtpalastes auf.

Dieser Anlass war ein riesiger Erfolg.

In den folgenden Jahren erreichte das nationale Exportvolumen von Akkordeons Rekordhöhen:
Castelfidardo war mit 22 aktiven Werkstätten die Produktions-Hochburg des Akkordeonbaus.

Die Firma Settimio Soprani hat zu dieser Zeit 1000 Akkordeons pro Monat nach Amerika verschifft.

Ein weiteres prestigeträchtiges Werk von Mario Soprani war der Bau der modernen und luxuriösen Villa Settimio Soprani. Die Settimio Soprani Villa besteht aus mehreren Zimmern und bietet maximalen Komfort.

Die Villa wurde als Wohnhaus für die Familie Soprani entworfen, diente aber auch als Unterkunft für Gäste aus aller Welt, welche Castelfidardo besuchten.

Zu dieser Zeit gab es in der Akkordeon Hauptstatt noch keine Hotels.

Mario Soprani verdanken wir auch den Dokumentarfilm mit dem Titel „ii paese delle fisarmoniche“ (Das Land der Akkordeons), welcher 1939 unter der Leitung von Giovanni Vernuccio vom Institut „Nazionale Luce“ produziert wurde.

Der Dokumentarfilm erzählt die legendäre Entstehung und Entwicklung des Akkordeons in Castelfidardo, wonach der junge Paolo Soprani einem jungen Pilger, der in seinem Bauernhaus bewirtet ist, heimlich ein Akkordeon stiehlt.

„ii paese delle fisarmoniche“ zeigt die Stadt Castelfidardo und die Firma Settimio Soprani, aber auch den Akkordeonisten Gervasio Marcosignori welcher als musikalisches Wunderkind galt.

Mario starb im Alter von 54 Jahren in Rom und liess zu früh die wirtschaftliche, soziale und politische Bühne hinter sich.
An seiner Beerdigung waren seine Freunde, diejenigen die ihn kannten, Bürger Castelfidardos und die Mitarbeiter der Firma Settimio Soprani, welchen er sein ganzes Leben widmete.

Diesen Leuten verschaffte er in der kleinen Stadt der Marken, Wohlstand und Arbeitsplätze, was seinen Namen in der ganzen Welt berühmt machte. Er gab seiner Heimatstadt enorm viel.

Er war ein geschickter Hierarch, ein großer Bürger und ein unermüdlicher Arbeiter. In diesem Jahr waren mehr als achthundert Arbeiter in der Settimio Soprani Fabrik beschäftigt.

Mario Soprani wurde von seinem 28-jährigen Sohn Paolo Settimio abgelöst, der am 21. November 1913 in Recanati geboren wurde.
Er war ein Einzelkind und wurde von seinem Vater zu einer Zukunft als Manager erhoben. Er besuchte die Schule Collegio Pergolesi in Jesi.

1928 zog Paolo Settimio nach England, wo er um englisch zu lernen, eine Schule für Ausländer besuchte.
Im folgenden Jahr zog er nach Leipzig, um die deutsche Sprache zu lernen. Er reiste häufig mit seinem Vater ins Ausland.
Paolo Settimio war ein sehr gebildeter und intelligenter Mann, ein echter Geschäftsmann. Dank seiner Fähigkeiten, Erfahrungen und Ausbildungen war er ein zukunftsorientierter und unternehmungslustiger Manager.

Nachdem er sein technisches und industrielles Wissen erweitert hatte, wurde Paolo Settimio ein würdiger Nachfolger seines Vaters.

In den ersten Monaten des Jahres 1940 gründete sein Vater Mario eine Firma in Mailand, um Akkordeons zu verkaufen. Nach dem Krieg nahm Paolo Settimio die Initiative seines Vaters wieder auf.

Er änderte den Namen der früheren Firma in FARFISA SPA, Fabrice Riunite Fisarmoniche, und fusionierte diese mit der derjenigen der Brüder Scandalli von Camerano und Nazzareno Frontalini aus Numana.

Der Zusammenschluss der drei Unternehmen zielte darauf ab, den Wettbewerb zwischen ihnen zu beseitigen, die bestehenden Anlagen zu rationalisieren und die Produktion zu verbessern.

Nach neunmonatiger Zusammenarbeit hat der Partner Frontalini das Unternehmen aufgrund verschiedener Management-Ansichten verlassen.

Im Jahr 1948 waren etwa 850 Arbeiter in den Werken von Camerano, Castelfidardo und im administrativen und technischen Hauptsitz in Ancona beschäftigt.

Mit der Mechanisierung des Herstellungsprozesses stieg die Produktion schnell an und das Musikinstrument wurde zu einem Industrieprodukt.

In den FARFISA-Werken wurden spezielle Abteilungen für die experimentelle Produktion von professionellen und hochwertigen Musikinstrumenten geschaffen.

Hier findet man Produkte wie das Settimio Soprani Artist VI, ein echtes Kunstwerk, das immer noch von Fachleuten geliebt und geschätzt wird.

Die erste Version wurde unter anderem von Gervasio Marcosignori entwickelt welche immer noch produziert wird.

Paolo Settimio war merhmals Manager und Geschäftsführer der FARFISA-Gruppe. In den späten 50er Jahren gingen die Verkaufszahlen für Akkordeons ein wenig zurück, weshalb Paolo Settimio ein Projekt der Produktionsdiversifizierung startete.
Durch die Förderung von Studien über Elektronik für Musikinstrumente begann er 1964 eine Zusammenarbeit mit einem deutschen Klavierhersteller. Wenige Monate später hatte die FARFISA-Gruppe eine eigene autonome Klavierproduktion.

In dieser Zeit wurde auch die Intercom-Produktionslinie gestartet, welche ein großer Erfolg war. Ein weiteres neues Produkt von FARFISA war die elektronische Orgel.

Am 28. März 1965 eröffnete Settimio Soprani die neue FARFISA mit Hauptsitz in Aspio Terme in Camerano. Zuvor wurden die Arbeit, der Mut und die Hartnäckigkeit des Unternehmens von den Behörden, und dem Abgeordneten

Herr Danilo de Cocci als Vertreter der Regierung gelobt.

In dieser Anlage wurden neue elektronische Orgelmodelle hergestellt, während der Bereich der Telekommunikation und Elektronik erheblich expandierte.

Diese schnelle Expansion und der internationale Erfolg zogen die Aufmerksamkeit der LEAR SINGLE CORPORATON auf sich, ein wichtiges amerikanisches, international tätiges Unternehmen.

Im Jahre 1965 traf sich Paolo Settimio mit dem C. E. O. der amerikanischen Firma, welche sich der FARFISA-Gruppe anschloss. Das neue Partnerunternehmen investierte mehr als eine Milliarde italienische Liren und wurde Mehrheitsaktionär.

Für die Farfisa-Gruppe war dies die größte Wachstums- und Expansionsphase, so dass die Rekordzahl von 1620 Beschäftigten erreicht wurde.

Im Laufe der Zeit besuchten viele Musiker und Sänger das FARFISA-Werk.

Carovana del Cantagiro besuchte mehrmals Aspio Terme und stellte Musik und Künstler der siebziger Jahre in der Marken-Szene vor.
Während der Einweihung der berühmtesten elektronischen Orgel der Welt, Compact Duo, gespielt von Pink Floyd and Doors, wurde der Farfisa-Cantagiro-Künstler-Preis ins Leben gerufen.

Die Jury bestand aus Renato Rashall, Ezio Ravaelli und Claudio Occhiena. Mehrere Preise wurden verliehen. In dieser Zeit war FARISA eines der wichtigsten europäischen Zentren für die Herstellung von Musikinstrumenten.

Da das Unternehmen inzwischen wirtschaftliche Stabilität erreicht hatte und ausgezeichnete Wachstumsaussichten hatte, zog sich Paolo Settimio 1970 von der Arbeit zurück und verließ die FARFISA Gruppe.

Bis 1956 lebte Paolo Settimio mit seiner Familie in der luxuriösen Villa von Castelfidardo, bevor er nach Ancona zog.
Paolo Settimio heiratete am 30. September 1940 in Loreto mit Adriana Volpini aus Porto Recanati, mit der er zwei Kinder hatte: Mario wurde 1942, und Giuseppe 1947 geboren.

Wie der Vater wünschte, arbeitete keiner von ihnen in der Akkordeonindustrie.

Der Erfolg, die Größe und das Prestige der Marke Settimio Soprani, bleiben mit ihren legendären Akkordeons für immer in Erinnerung. Diese Instrumente sind auf der ganzen Welt begehrt und geschätzt.

All dies war möglich dank der Bemühungen und der Arbeit von Leuten wie Paolo Settimio Soprani.

Paolo Settimio liebte das Autos, Jagd und Sport, er war sehr nah an seiner Familie und genoss es, Zeit mit seinen Kindern am Meer zu verbringen.

Seine große Leidenschaft zu Autos führte ihn dazu, Motorrennen zu folgen und sogar persönlich an drei Auflagen des Mille Miglia Rennens und an verschiedenen Wettbewerben teilzunehmen.

Er belegte mit seinem Lancia GT auf der Mille Miglia überraschend den dritten Platz.
Der Rennfahrer Luigi Fagioli aus Osimo kam am 31. Mai in Montecarlo mit seinem Lancia Aurelia B21 in einer Kurve von der Fahrbahn ab.

Wenige Tage später starb er aufgrund von Verletzungen. Paolo Settimio war ununterbrochen dort, um sich um seinen Freund im Krankenhaus zu kümmern.

Der Name Soprani war in Castelfidardo schon immer mit der Herstellung von Akkordeons und deren grossen Kunsthandwerkern verbunden, welche mit ihren Produkten der Welt und dem Zeitalter voraus waren.

Heute ist die Akkordeonmarke Settimio Soprani erhalten geblieben und ihre historischen Modelle werden immer noch mit grösster Sorgfalt und handwerklicher Kunst hergestellt.

Nach nun mehr als dreissig Jahren hat die kleine Stadt Castelfidardo, Heimat der grössten Akkordeon Hersteller, die Produktion des „Rolls-Royce aller Akkordeons“ wieder aufgenommen:

Das grossartige Settimio Soprani Artist VI ist wieder da!